Informatik der Hochschule Trier und CEB Akademie Trier haben ein Projekt zur Digitalisierung der Pflegeausbildung erarbeitet

TRIER Das Arbeitsblatt in seiner ursprünglichen Form, als Blatt Papier, läuft aus. Im Zuge der Digitalisierung wird auch der Klassenraum zunehmend virtuell. Nicht nur in der Schule, sondern auch bei Bildungsträgern und -einrichtungen. An einer Digitalisierung der Pflegeausbildung hat die CEB Akademie in Trier gemeinsam mit der Informatik der Hochschule Trier gearbeitet. Künftig können die Schüler, die in der Fachschule für Altenpflege der CEB ihre Ausbildung machen, auf einer Moodle-Plattform Inhalte abrufen, an Gruppenarbeiten tüfteln und Tests absolvieren.

Die Idee dazu entstand vor knapp einem Jahr. Bei einer Klausurtagung haben die Führungskräfte der beiden CEB-Standorte in Hilbringen und Trier eine Digitalisierungsstrategie erarbeitet, die alle Aktivitätsbereiche auf ihren Einsatz von digitalen Medien hin prüfen will – von der Erwachsenenbildung über die berufliche Bildung bis zur Altenpflege. Das Team in Trier setzte sich für eine Moodle-Lernplattform für deren Fachschule für Altenpflege ein und suchte nach möglichen Partnern für die Umsetzung. Professor Dr. Georg Schneider, Informatik-Professor an der Hochschule Trier, erklärte sich bereit, die CEB bei der Einführung einer digitalen Lernplattform zu beraten und zu unterstützen. „Die Verwendung digitaler Lernplattformen hat sich in Schulen und Hochschulen mittlerweile etabliert, da sie große Vorteile bei der Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien bietet und die Kommunikation mit den Schülern und zwischen Schülern eines Kurses vereinfacht. Zusätzliche Angebote, wie Wissenstests, können leicht integriert werden und zeigen den individuellen Lernfortschritt.“

Der Informatik-Student Otmane El-Guendouz nahm sich der Aufgabe im Rahmen einer studentischen Arbeit an und entwickelte gemeinsam mit dem CEB-Team ein Konzept für die technische Umsetzung, sowie die Organisation von Inhalten und die Oberflächenstruktur. Abschließend setzte er das Konzept um und schulte das Team der CEB im Umgang mit dem System. „Die Arbeit mit der Lernplattform hat richtig Spaß gemacht. Es ist ganz einfach, Daten abzulegen oder Umfragen zu erstellen“, zeigt sich Theo Dubois, Bereichsleiter Bildung der CEB, erfreut.

Jeder Schüler der Fachschule für Altenpflege bekommt einen eigenen Zugang, sagt Anne Heinen, Leiterin des Standortes in Trier. Unterteilt in den Unter-, Mittel- und Oberkurs können auf der CEB-Moodle-Plattform beispielsweise Hausaufgaben und Praxisaufträge hinterlegt werden. Die Schüler finden hier unter anderem ein Skript zur Vorlesung „Sturzprophylaxe“ oder ein Arbeitsblatt, das sich mit Osteoporose und Arthrose beschäftigt. Mit Multiple-Choice-Test können die Schüler Inhalte wiederholen, die sie bereits im Unterricht besprochen haben – und anhand der Bewertung sehen, auf welchem Stand sie sind. Ein Chat bietet ihnen die Möglichkeit, sich über die Aufgaben auszutauschen. Die Koordinatoren seitens der CEB können wiederum sehen, wer welche Aufgaben abgeschlossen hat und Noten von Prüfungen hinterlegen, ohne seitenlange Listen ausdrucken zu müssen. „Die Lernplattform erleichtert uns die Arbeit sehr und für die Schüler wird der gesamte Ablauf ihrer Ausbildung transparenter. Sie können jederzeit nachsehen, welche Unterlagen für den aktuellen Stand ihrer Ausbildung relevant sind“, sagt Anne Heinen. „Auch für uns war es ein erfolgreiches Projekt“, sagt Professor Schneider. „Herr El-Guendouz konnte die Kenntnisse aus dem Studium erfolgreich in einem realen Projekt umsetzen. Zusätzlich ist der Wissenstransfer zu regionalen Partnern eine wichtige Aufgabe der Hochschulen.“